Eindrücke aus den ärmsten Gegenden des Landes

Wenn man bei einem Besuch in Freetown die Luxushotels und Restaurants, an den traumhaft schönen Stränden Sierra Leones, hinter sich lässt und ins Landesinnere fährt wird man schnell mit der traurigen Realität konfrontiert.

Überall sieht man Menschen die durch den Verkauf von diversen Produkten versuchen sich ihr tägliches Brot zu verdienen.

Als ich während meines Besuchs durch die Stadt fahre, komme ich auch an einem Platz vorbei, den ich auf den ersten Blick für eine Mülldeponie halte.

Einige Tage später sollte ich erfahren. dass das nicht so ist. Dort wohnen tatsächlich Menschen.

Von oben betrachtet, hat man den Eindruck es hätte ein Tsunami gewütet

Hier an dem Ort wo das Abwasser der Stadt und der Müll ankommt wohnen Familien ohne Einkommen und auch einige Kinder die ganz auf sich alleine gestellt sind.

Der Fluss aus Abwasser der durch diesen Slum fließt, dient als Toilette und Sammelstelle für Müll. Jedoch sieht man hier zwischen den Abfällen und den Schweinen auch Kinder die spielen und nach Essbarem suchen.

Wie kommt es dazu?

Die Slums sind das Ergebnis aus dem misslungenen Versuch sich in der Großstadt ein Leben aufzubauen. Die Ersten Familie die hier her zogen kamen aus den kleinen Orten von Sierra Leone in die Stadt, in der Hoffnung hier eine Arbeit zu finden und sich in Freetown eine Zukunft aufbauen zu können.

Leider gibt es hier in der Stadt, aufgrund der auch hier vorherrschenden Armut und der fehlenden Infrastruktur, nicht genug Arbeitsstellen. Die Familien kamen also nicht mehr aus der Situation heraus welche eigentlich nur für den Übergang geplant worden ist. (Damals auch noch unter anderen Umständen)

Was brauchen die Menschen dort?

Auf diese Frage gibt es immer die gleiche Antwort. Die Menschen brauchen Hygienestationen mit einer Toilette und Wasser womit sie sich waschen können. Zudem brauchen sie einen Schutz vor dem Hochwasser, welches während der Regenzeit einen Großteil des Gebietes überschwemmt und den Müll überall verteilt. Ein Zugang zu sauberem Wasser, welches in Sierra Leone nicht aus dem Wasserhahn kommt sondern gekauft werden muss, würde den Menschen sehr helfen.

Zudem muss den Kindern erklärt werden wie sich Krankheiten und Keime verteilen damit diese ein Gefühl dafür bekommen wie wichtig Hygiene ist, warum das Essen welches sie vom Boden sammeln so gefährlich ist und weshalb man sich nach dem “Geschäft” unbedingt die Hände reinigen muss.

Die Kinder

Viele der Kinder die hier leben haben ihre Eltern während der Ebola Katastrophe verloren. Andere Kinder stammen aus Prostitution.

Einer der Bewohner erklärt das manche der Frauen die hier leben aus Verzweiflung ihren Körper auf der Straße verkaufen. Oft entsteht aus der Prostitution dann ein Kind welches die Mutter austrägt sich darum kümmert bis das Mädchen oder der Junge ca. 5 Jahre alt ist. Danach sind die meisten der Kinder auf sich allein gestellt. Da diese Kinder keine Möglichkeit haben eine Schule zu besuchen und resultierend aus der fehlenden Bildung auch, sofern sie Erwachsen werden, keine Chance auf eine Arbeit haben beißt sich hier die Katze in den Schwanz.

Die Mädchen gehen in jungen Jahren der Prostitution nach und die Männer gehen entweder zum betteln in die reicheren Gebiete der Stadt oder versuchen sich wie der Großteil der Bevölkerung am Verkauf von verschiedenen Produkten was am Ende bei den meisten auch Ertraglos bleibt.

Nur ca. 30% der im Slum Lebenden Kinder haben die Möglichkeit auf eine Schulbildung. Selbst diese bedeutet aber nicht den Ausweg da es auch nach einem erfolgreichen Schulabschluss nur wenig Chancen auf eine Anstellung oder einen Platz an einer der Universitäten des Landes gibt. Letztere sind einfach für den Großteil nicht bezahlbar.

Mit unserer Arbeit versuchen wie den Kreis zu unterbrechen und geben den Kindern ein Zuhause, Schulbildung, Nahrung und eine Familie.