Katastrophenhilfe

Wir helfen dort, wo die Not am größten ist

Lebensmittel für die Menschen aus Susans Bay

Am 24. März 2021 brach in Susans Bay, dem größten Slum Freetowns, ein verheerendes Feuer aus. Tausende Menschen die schon zuvor unter dem absoluten Existenzminimum lebten verloren ihr letztes Hab und Gut.
Es ist ein Wunder, dass keiner in dieser Nacht durch das Feuer ums Leben kam.


Einen Tag später, am 25. März sind Marcel, sein Bruder Florian mit Fotografin Anjuscha in Sierra Leone gelandet um das Waisenhaus zu besuchen.
Marcel erzählt: Als wir von der Katastrophe erfuhren war uns sofort klar, hier möchten und müssen wir helfen. Allerdings war uns zu dem Zeitpunkt das Ausmaß der Katastrophe noch nicht bewusst.
Nach der Besprechung mit einer lokalen Organisation war klar, dass wir uns zunächst einen Eindruck von der Lage in Susans Bay machen müssen.
Wir sind also zusammen mit Elisabeth, Leitung der Good Deeds Day Foundation, in den Slum gefahren um uns ein Bild von der aktuellen Situation zu machen und mit den betroffenen Menschen zu reden und zu fragen, was sie am dringendsten benötigen. Die Bilder die wir dort sahen gingen uns allen sehr Nah und wir werden diese Momente nicht wieder vergessen.


Angekommen in Susans Bay und somit dort, wo ein paar Tage vorher das Feuer alles zerstört hat, wurden wir freundlich von einem der Chiefs von Susans Bay begrüßt und zum Gespräch mit einigen der Familienoberhäupter eingeladen.
Wir nahmen in einem Provisorischen Pavillon platz. Ich saß mit dem Chief in der Mitte von Menschen und alle schauten mich erwartungsvoll an. Ich bemerkte wie es schnell immer mehr Menschen wurden.
Doch was fragt man in so einem Moment?
Es war das Erste Mal, dass ich mich in so einer Situation befand. Ich gebe in Deutschland Kommunikationsschulungen, doch hat mich nichts in meinem Leben auf einen solchen Moment vorbereitet.
Auch mein Bruder Florian und Anjuscha waren von der Situation überwältigt.
Ich konnte ja schlecht mit einem: How are you? das Gespräch beginnen.
Ich weiß heute nicht mehr wie ich in das Gespräch hinein gefunden habe.

Nach den anfänglichen Schwierigkeiten hatte ich dann aber ein sehr gutes Gespräch mit dem Chief und er bot uns an, uns ein Teil des Gebiets zu zeigen.
Schon beim Verlassen des kleinen Pavillons sah ich dann, wie viele Menschen sich bereits versammelt haben. Vor allem Kinder liefen um uns herum.
15 Minuten später mussten wir unseren Besuch abbrechen. Zu viele Kinder hatten sich versammelt. Sie alle hatten Hunger.
Einstimmig baten sie uns um Essen und Trinken. Vor, neben und hinter uns, überall waren Kinder. Es tat in der Seele weh